Nicht jedes Projekt beginnt mit dem Wunsch nach dem Außergewöhnlichen. Manchmal beginnt es mit etwas viel Naheliegenderem – der Frage, wie ein Raum wirklich funktionieren soll.
Der Auftrag
Der Eigentümer dieser Villa in der Schweiz stand mitten in einer Kernsanierung. Seine eigentliche Fahrzeugsammlung hat anderswo ihr Zuhause. Diese Garage hier sollte etwas anderes sein – keine Showbühne für Raritäten, sondern eine Garage für das tägliche Leben. Von der Familie, vom Kindermädchen, von Besuchern genutzt. Anspruchsvoll gestaltet, aber bodenständig. Ohne Aufwand um des Aufwands willen.
UNIQUE Garages wurde früh in die Planungsphase einbezogen – früh genug, um nicht nur die Gestaltung zu beeinflussen, sondern auch den Grundriss. Den Eingangsbereich. Die Raumaufteilung. Die Frage war: Was macht einen solchen Raum besonders, ohne ihn zu überladen?
Der erste Eindruck zählt – auch in der Tiefgarage
Bevor es um Gestaltung ging, ging es um ein grundlegenderes Problem. Der ursprünglich geplante Eingangsbereich war schlicht nicht durchdacht. Eine enge Tür, ein beengter Vorraum – wer mit Gepäck ankam, stand buchstäblich vor der Wand. Kein würdiger Empfang für ein Haus dieser Klasse.
Wir haben den gesamten Eingangsbereich neu konzipiert. Der Vorraum wurde vergrößert, ein kleiner Abstellbereich integriert, die Eingangstür an eine neue Position gesetzt. Wer jetzt die Tiefgarage betritt, läuft direkt hinein – ohne Enge, ohne Umwege. Flankiert von Beleuchtung links und rechts der Tür, mit einer beleuchteten LED-Stufe, die den Moment des Ankommens und des Aufbrechens ein wenig inszeniert. Klein in der Geste. Groß in der Wirkung.
Die Werkbank der Erinnerungen
Wer tagsüber beruflich Welten bewegt, braucht am Wochenende manchmal das Gegenteil. Einen Ort, an dem man hämmern kann. Sägen. Eine Kreissäge anwerfen, ohne die restlichen Bewohner des Hauses zu stören.
Die Villa war auf jedem Quadratmeter durchdacht – repräsentativ, makellos, beeindruckend. Und doch hatte niemand daran gedacht, wo das möglich sein soll. Wo man mit den Kindern sägt, baut, sich schmutzig machen kann. Wo das Leben stattfindet, das nicht für Gäste gemacht ist.
Ein Raum im hinteren Bereich der Garage war als Abstellkammer vorgesehen – einfach etwas Abstellfläche, die eigentlich nicht benötigt wurde. Wir haben vorgeschlagen, dort eine kleine Werkstatt einzurichten. Einen Ort, an dem man Quality Time mit den Kindern haben kann. Wo nicht nur Vogelhäuser und Seifenkisten entstehen, sondern die Momente, an die man sich Jahre später noch erinnert. Weil ein schönes Haus mehr sein muss als eine Kulisse und das wahre Leben Raum braucht.
Ein Bild, das jeden Tag grüßt
Eine Garage ist eine der wenigen Flächen im Haus, die noch nicht verplant ist. Kein Repräsentationsraum, kein Gästezimmer, keine kuratierte Wohnwelt. Ein Ort, an dem Dinge möglich sind, die anderswo keinen Platz finden. Wir sehen darin immer eine Einladung.
Die hintere Ecke dieser Tiefgarage war dunkel. Also haben wir Licht hineingebracht – aber nicht mit einer Leuchte. Mit einem Bild. Einem großformatigen, hinterleuchteten Panoramafoto, das die gesamte Wand füllt und den Raum verwandelt.
Die Frage, welches Motiv, haben wir dem Eigentümer gestellt. Nicht als Designfrage, sondern als persönliche: Gibt es einen Ort, der Ihnen einfach gut tut? Ein Bild, das Sie jeden Morgen gerne sehen würden – nicht weil es schön ist, sondern weil es etwas in Ihnen auslöst? Er nannte einen See in der Nähe von Kitzbühel. Dort ist sein Safe Haven.
Wer morgens das Haus verlässt, sieht ihn. Wer abends heimkommt, sieht ihn wieder. Eine positive Emotion, täglich, ohne dass man daran denken muss.
Das Leder und die Logik dahinter
Die Säulen sind mit Leder verkleidet – und das hat einen Grund, der so naheliegend ist, dass man sich fragt, warum es nicht öfter gemacht wird. Betonsäulen in einer Garage sind rau, kalt, unangenehm. Leder ist das Gegenteil. Es schützt die Kleidung vor Staub und Abrieb, schont die Fahrzeuglacke beim engen Vorbeifahren – und fühlt sich dabei warm und angenehm an. Kein Showpiece im klassischen Sinne, sondern vor allem eine kluge Entscheidung. Extravagant? Ja, aber praktisch und unique.
Die Wand, die niemand erwartet
Gehoben - aber bodenständig
Was wir erst später erfuhren: Der Architekt hatte bereits einen Entwurf geliefert. Sehr modern, überall LED-Streifen. Der Eigentümer fühlte sich nicht abgeholt. Was er sah, erinnerte ihn an das Parkhaus eines guten Einkaufszentrums – nicht an ein Zuhause. Also wandte er sich an uns. Diskret, parallel, ohne großes Aufheben. Er wollte wissen, ob es auch anders geht.
Der Rest ist Geschichte.
Manchmal ist es die Werkbank im hinteren Eck. Manchmal der See an der Stirnwand. Manchmal einfach eine Tür, die endlich an der richtigen Stelle sitzt. Bei UNIQUE Garages beginnt jedes Projekt mit der Frage, wie ein Raum sich anfühlen soll – und endet erst, wenn die Antwort stimmt. Sie haben eine Projektidee? Lassen Sie uns darüber sprechen.